Im Projekt ASTANA wurden speziell kleine Inkubationskammern entwickelt, in denen das Wachstum von Bakteriensuspensionen jeweils in Gegenwart unterschiedlich konzentrierter Antibiotika untersucht wird. Ein paralleles Screening wird durch wiederholte Bestimmung der Bakteriendichten innerhalb fixer Zeitintervalle durchgeführt und ermöglicht so die schnelle Identifikation einer wirksamen Therapie für den Patienten. ILM und Hahn-Schickard entwickelten hierfür gemeinsam ein Chipdesign, das sowohl biologischen Anforderungen als auch den optischen Bedingungen der holographischen Bildgebung gerecht wird. Entscheidende Parameter waren die Minimierung der Oberflächenrauheit des Polymerchips zur Reduktion von Störsignalen, die präzise Positionierung der Kammern in allen drei Raumachsen sowie die Optimierung von Sehfeld und lateraler Auflösung für ein möglichst großes Auslesevolumen. Das ILM unterstützte insbesondere bei der Gestaltung der Kammern sowie bei der Analyse und Verbesserung der optischen Materialeigenschaften für eine störungsfreie DHM-Bildgebung.
Parallel dazu trieb BioFluidiX die Integration aller Komponenten in ein Gesamtsystem voran. Neben der optischen Einbindung mussten auch die Rotationsmechanik sowie stabile Umgebungsbedingungen hinsichtlich Vibrationen, Luftströmungen und Temperatur sichergestellt werden.
Die holographische Auswertung erforderte darüber hinaus eigene algorithmische Lösungen. Dazu gehörten die numerische Refokussierung eines definierten Kammervolumens und die dreidimensionale Rekonstruktion ohne mechanischen Z-Scan ebenso wie Verfahren zur Bakterienerkennung, Hintergrundreduktion und synthetischen Referenzbildung. Gleichzeitig wurde das Signal-Rausch-Verhältnis kontinuierlich optimiert.
Auf dieser Grundlage entwickelte IMFusion einen Deep-Learning-Algorithmus, der Bakterien automatisiert erkennt und präzise zählt. In einem iterativen Entwicklungsprozess zwischen ILM und IMFusion wurden die Softwaremodule fortlaufend evaluiert und verbessert.
Das Ergebnis ist eine integrierte Plattform zur schnellen und automatisierten Antibiotikaempfindlichkeitsprüfung, die das Potenzial besitzt, die mikrobiologische Diagnostik deutlich zu beschleunigen.