Ausgangspunkt und Aufgabenstellung: Autonomes Fahren bei Schlechtwetter
Im Jahr 2024 entspricht der Stand der Technik beim autonomen Fahren Level 3* bei Geschwindigkeiten bis 95 km/h. Möglich ist dies vor allem auf Autobahnen hinter einem vorausfahrenden Fahrzeug bei Tag und klarer Sicht – ein typischer Anwendungsfall für Lkw. Auf Anforderung muss der Fahrer jederzeit bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen.
Eine der letzten großen Herausforderungen liegt in der sicheren Bewältigung von Schlechtwetterbedingungen wie Nebel, Schnee oder Gischt. Solche Situationen erschweren die Sicht auf Verkehrsteilnehmer und Passanten erheblich und sind in den bisherigen Fahrszenen kaum vertreten. Das Fehlen ausreichender Daten erschwert das KI-Training und kann zu Systemversagen führen, etwa durch verlangsamtes Fahren, plötzlichen Stillstand oder unvorhersehbare Fahrmanöver.
Die zentrale Aufgabe besteht daher darin, bestehende Fahrszenen künstlich mit Nebel in unterschiedlicher Qualität zu erweitern. Diese augmentierten Szenen dienen dem Training von KI-Systemen und der Prüfung der Sensorsysteme. Aufgrund der Vielzahl möglicher Szenarien sind Simulationen unverzichtbar für die Zulassung autonomer Systeme.
Aufgrund seiner fundierten Kenntnisse über die Lichtausbreitung in streuenden Medien wurde das ILM als Projektpartner gewählt. Das ILM ist in der Lage, die Lichtausbreitung in realen Medien zu erfassen, diese durch Simulation virtuell oder real zu reproduzieren sowie Rechenmodelle zu verifizieren und zeitlich zu optimieren.
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* 2024 Zulassung des Merzedes-Benz Drive Pilot 95 in DE und USA Nevada, Level 4 Fahrt wird in Peking erprobt.