Girls’Day am ILM – Wissenschaft zum Anfassen

Am bundesweiten Girls’Day durften wir 15 Schülerinnen der Klassenstufen 7 bis 9 am ILM begrüßen. An drei interaktiven Stationen konnten die Teilnehmerinnen durch eigene Experimente in die Welt der Naturwissenschaften eintauchen. Ziel des Tages war es, Einblicke in Berufe und Studienfelder zu vermitteln, in denen Frauen bislang unterrepräsentiert sind, und dabei Begeisterung für Forschung und Technik zu wecken.

Licht sichtbar machen: von UV bis Infrarot
An der StationLicht und Materie” entdeckten die Teilnehmerinnen, wie unterschiedlich Materialien mit Licht wechselwirken. Im UV-Bereich wurde für das Auge unsichtbares Licht plötzlich erlebbar: Textmarker begannen zu fluoreszieren, grüne Blätter leuchteten violett und mit Sonnencreme eingeschmierte Bereiche wurden als „Schatten“ im UV-Licht deutlich sichtbar.

Mit einem Spektrometer wurde anschließend gezeigt, wie sich weißes Licht in seine einzelnen Farbanteile zerlegen lässt. Im Infrarotbereich kam eine Wärmebildkamera zum Einsatz: Nachdem die Hand kurz auf die Tischfläche gelegt wurde, blieb die Wärme noch einige Zeit sichtbar. Dadurch wurde deutlich, dass auch Wärme eine Form von „unsichtbarem Licht“ ist. Besonders spannend war der Bezug zur Praxis: Solche Kameras werden beispielsweise in der Landwirtschaft eingesetzt, um Rehkitze auf Feldern aufzuspüren.

Unsichtbare Welten in der Petrischale
Im Labor wurden die Gymnasiastinnen zu Nachwuchsforscherinnen: Bereits im Vorfeld hatten sie Abklatschproben zu Hause genommen. Diese wurden nun im Labor weiterverarbeitet, pipettiert und unter dem Mikroskop ausgewertet. Dabei erhielten die Teilnehmerinnen erste Einblicke in grundlegende labortechnische Arbeitsweisen und analytische Methoden. Sie konnten nachvollziehen, wie Proben vorbereitet, untersucht und dokumentiert werden – und wie sich selbst kleinste Strukturen sichtbar machen lassen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind.

Hightech-Oberflächen durch Plasmabeschichtung
Ein weiteres Highlight war die Demonstration von Plasma, dem sogenannten vierten Aggregatzustand. In einem Experiment wurde ein Zuckerwürfel plasmabeschichtet. Der Unterschied war deutlich sichtbar: Während ein unbehandelter Zuckerwürfel im Wasser langsam zerfiel, perlte Wasser an der beschichteten Oberfläche ab. So wurde anschaulich gezeigt, wie dünne Schichten im Nanometerbereich Materialeigenschaften gezielt verändern können.

Zukunft im MINT-Bereich?
Der Girls’Day am ILM zeigte, wie spannend und vielfältig Naturwissenschaften sein können. Besonders wichtig war dabei, den Schülerinnen die Möglichkeit zu geben, selbst aktiv zu werden, Fragen zu stellen und eigene Entdeckungen zu machen. Im Gespräch mit Role Models wurden Klischees reflektiert und Karriereperspektiven aufgezeigt. Und ganz vielleicht wurde die ein oder andere zukünftige Wissenschaftlerin für das ILM angeworben.

 

Starke Förderung für Innovation: ILM erhält über 2 Millionen Euro Grundfinanzierung

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg unterstützt die Institute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW) im Jahr 2026 mit rund 40,6 Millionen Euro. Auch das ILM gehört zu den geförderten Einrichtungen und erhält über 2 Millionen Euro Grundfinanzierung.

„Die Institute der innBW sind zentrale Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie sorgen dafür, dass Innovationen schneller in die Anwendung kommen“, betonte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut bei der Bekanntgabe in Stuttgart.

Diese Zielsetzung prägt auch die Arbeit des ILM: Mit seiner anwendungsnahen Forschung trägt das Institut dazu bei, neue Technologien effizient in marktfähige Lösungen zu überführen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen profitieren von der engen Zusammenarbeit und der Unterstützung im Innovationsprozess.

Die Förderung stärkt damit nicht nur die Forschungsaktivitäten des ILM, sondern auch den Technologietransfer in die Wirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Baden-Württemberg insgesamt.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (c) Katja Bartolec

Charakterisierung der temperaturabhängigen optischen Streuung von Intralipid-Fettemulsionen im Bereich von 400 nm bis 900 nm

Auszeichnung für die aktuelle Veröffentlichung von Levin Stolz, Prof. Dr. Alwin Kienle und Dr. Florian Foschum: die wissenschaftliche Arbeit zu den temperaturabhängigen optischen Streueigenschaften von 20% Intralipid-Fettemulsionen wurde als Editor’s Pick ausgewählt.  

Editor's Pick steht für höchste wissenschaftliche Qualität und hebt Arbeiten hervor, die maßgeblich zur Weiterentwicklung ihres Fachgebiets beitragen. Das Paper lesen Sie in Optics Letters ➔ https://doi.org/10.1364/OL.592524

 

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